Vier Kilometer & ein Puls wie nach einem Marathon
Ein verschneiter Morgen, ein viel zu optimistischer Gedanke an einen Waldspaziergang und eine Hündin im Dauer-Überdrehmodus führten zu vier Kilometern Chaos an der Leine. Am Ende blieben ein müder Arm, ein hoher Puls und das trügerische Gefühl von Ruhe – als wäre nichts gewesen.
Morgenroutine mit Eskalationspotenzial
Freitag, der 2. Dezember 2026. 8:12 Uhr. Wie gewohnt werde ich von den kleinen Nervbündeln geweckt. Ich stehe auf, mache das Rollo hoch, öffne die Türen und lasse sie flitzen. Draußen ist es weiß. Draußen liegt Schnee. Zeit für die beiden, komplett zu eskalieren.
Ich schließe die Türen wieder, ziehe mir ein Jäckchen über und gehe gähnend die Treppen hoch. Erst mal Cappuccino. Warm, gemütlich, mit Barista-Hafermilch – erwähne ich extra, weil ich den gerade mega lecker finde. Meine letzten Bohnen blonden Kaffees kippe ich in die Maschine, fast feierlich. Als es draußen immer stärker schneit, denke ich laut: „Boah, jetzt eine Runde durch den Wald.“
Meanwhile: absolute Eskalation im Haus.
Großes Toben draußen? Fehlanzeige. Die beiden wollten nur eins: Frühstück. Jetzt. Sofort. Die Zeit war eindeutig überfällig. Also: Raubtierfütterung. Danach erst mal abwarten. Ich wollte nicht, dass sie mit vollem Magen spazieren gehen – man hat ja Ansprüche.
Die Regencapes wurden rausgekramt und übergezogen. Pepsis Pullover habe ich seit dem letzten Umzug nicht wiedergesehen, aber so kalt war es glücklicherweise nicht. Passt schon.



Vollgas ab Haustür
Während ich mich fertig machte, war Bounty quengelig wie immer. Unruhig, ständig am Hin- und Herflitzen, jammern, pöbeln. Diese Hündin hatte vor dem Spaziergang schon mehr Action als andere währenddessen. Nach gefühlt 47 Kleidungsschichten war auch ich soweit. Wir wollten starten – und das Chaos begann noch vor der Haustür. Bounty gab direkt Vollgas, ich rutschte fast die Stufen hinunter und sah mein Leben kurz an mir vorbeiziehen. Ich dachte noch optimistisch: Das legt sich gleich.
Tat es nicht.
Sie war nonstop unter Strom. Wirklich durchgehend. Man hätte meinen können, ich hätte sie gerade frisch aus dem Shelter geholt. Ochse an der Leine, wildes Hin- und Hergespringe, im Schnee um die eigene Leine rollen, spontanes Kläffen – alles inklusive.
Ihre Energie war so überbordend, dass ihre Zunge schon seitlich heraus hing, weil sie völlig fertig war. Und trotzdem wurde sie keine Sekunde ruhiger. Bounty zieht sowas einfach durch. Konsequent. Stundenlang. Vielleicht waren das noch die Nachwirkungen von Silvester?







Der Rückweg und das Danach
Erst auf dem letzten Stück des Rückwegs kam ein leichter Umschwung. Ein bisschen weniger Zug auf der Leine. Endlich. Gleichzeitig mussten wir höllisch aufpassen, bergab nicht auszurutschen, weil der Ochse so ziehen musste. Am Ende waren es knapp vier Kilometer. Gut durchgelüftet, körperlich und mental ziemlich fertig nach dieser Achterbahnfahrt der Gefühle – und mit einem Puls, den ich ausschließlich Bounty zu verdanken habe.
Zuhause konnte sich der Arm endlich entspannen. Wir wärmten uns auf, alles wurde ruhig.
Als wäre nichts gewesen. Während ich das alles tippe, schlafen alle tief und fest. 💤



Ein Gedanke zu „Vier Kilometer & ein Puls wie nach einem Marathon“
Anja
Ich wollte heute Morgen auch rausgehen, um Fotos zu machen. Was war? Als ich draußen war, war fast wieder alles weg. Erst jetzt schneit es hier wieder. Toll. xD
Na ja, mal sehen, morgen ist ja auch noch ein Tag. 🙂
Ich mag einen Wald mit Schnee auch sehr gerne. Das sieht auch sehr einladend aus und vor allem ruhig. Ich mag den ganzen Trubel nicht mehr. 🙈