Ich bin ein bisschen anders. Ja, das behauptet wahrscheinlich jeder von sich selbst. Wir sind alle unterschiedlich. Aber ich? Ich bin wirklich ein bisschen verschoben. Vielleicht schräg, vielleicht ungewöhnlich. Nicht besser oder schlechter, nur… anders. Und das spüre ich in fast jeder Begegnung – meistens in Form von kleinen Herzrasen-Momenten, peinlichem Schweigen oder dem klassischen „Oh nein, die müssen doch denken, ich bin komplett bescheuert?!“-Gefühl.
Auf fremde Menschen zugehen? Für mich ein kleines Horrorszenario. Ich habe nicht nur eine leichte Sozialphobie, ich bin auch socially awkward. Sozial unbeholfen, ungeschickt, manchmal fast verloren in den kleinen Regeln des Miteinanders. Ich male mir im Kopf Szenarien aus, bereite das perfekte Gespräch vor – nur um dann, wenn es soweit ist, alles zu versemmeln. Worte stolpern, Gedanken verschwimmen, und der Eindruck, den ich hinterlasse, ist oft eher „komisch“ als „cool“.
Oft hoffe ich heimlich, dass andere den ersten Schritt machen. Dass sie das Gespräch beginnen, damit ich mich nicht überwinden muss. Und doch – in all diesen Momenten spüre ich auch eine gewisse Sehnsucht: nach Verbindung, nach ehrlicher Begegnung, nach einem kleinen Zeichen, dass ich trotzdem verstanden werden könnte.
Ratschläge, wie man selbstbewusster wirkt oder souveräner auftritt, gibt es viele. „Lächle mehr!“, „Steh gerade!“, „Sprich deutlicher!“ – ich habe sie alle gehört. Funktioniert meistens nur, wenn man gerade keinen inneren Film von 47 peinlichen Szenen gleichzeitig abspielt.
Zum Beispiel: Ich stehe in einem Meeting, will eine einfache Frage stellen, und plötzlich kramt mein Gehirn in einer Liste aller möglichen Fehltritte der letzten drei Jahre. Ergebnis: Ich stottere, vergesse das Wort „Termin“ und sage stattdessen „Treffen… äh… Zusammenkunft… na ja, ihr wisst schon.“ Stille. Blickkontakt. Irgendjemand nickt. Ich nicke zurück. Trotzdem Chaos.
Es ist schwer, sich selbst mehr Sicherheit anzutrainieren, ohne sich dabei zu verlieren. Und ehrlich gesagt: Ich will mich gar nicht für die Masse verändern. Ich bin so, wie ich bin. Menschen, die mich kennen und mögen, mögen mich deswegen – für meine kleinen Ecken und Kanten, für mein Anderssein.
Nicht jeder muss laut, selbstbewusst und gerade durchs Leben laufen. Manche von uns haben Schultern, die eher zurückhaltend hängen, ein Lächeln, das nervös ist, statt strahlend. Und das ist okay.
Lange Zeit hat mich mein Anderssein geärgert. Besonders auf der Arbeit, wo ich viel mit fremden Firmen zu tun hatte. Handwerker, Kunden, Termine – und immer wieder dasselbe Feedback: Ich wirke nicht seriös genug. Kein Wunder, dass mich das wurmte. Ich wusste, wovon ich rede. Ich hatte Ahnung. Aber die Art, wie ich es rüberbrachte, wirkte… naja, „speziell“. Manche Menschen haben dann noch das Talent, einen unsicher zu machen. Einmal unsicher, gerate ich ins Verplappern, die Gedanken stolpern – und schon bin ich wieder dieser merkwürdige Eindruck, den ich eigentlich vermeiden wollte. Aber: wahrscheinlich wird sich das einfach nie ändern.

Und trotzdem: Ich lache jetzt öfter über mich selbst. Über all die kleinen Missgeschicke, die unbeholfenen Momente und über das riesige Drama, das ich manchmal im Kopf abspiele, bevor überhaupt jemand ein Wort gesagt hat.
Was ich eigentlich sagen will? Vielleicht nur, dass es okay ist, verschoben, unbeholfen und anders zu sein – so bin ich eben. Ich wollte einfach mal wieder meinen Gedanken freien Lauf lassen. Socially awkward zu sein gehört zu mir und ist ein Teil von dem, was mich ausmacht. 👽 Ich habe jetzt übrigens beschlossen, dass ich das Thema Sonntagsgedanken zu einer persönlichen Blogreihe mache, in der ich in Abständen mal meine Gedanken über mich mitteile. Gar nicht lange darüber nachdenken, wie ich was am besten formulieren könnte oder die Worte ewig in den Entwürfen lässt… einfach raus mit den Gedanken.😊





Schreibe einen Kommentar zu Tatj Antwort abbrechen