Operation Maulwurf: Fortschritt? Fehlanzeige.

Mehr als vier Wochen sind vergangen. Mehr als vier Wochen voller Hoffnung, Schaufeln, Erde, Flüchen und dem festen Glauben, dass sich irgendetwas ändern würde. Kurz gesagt: Hat es nicht. Der Garten sieht immer noch aus wie ein Truppenübungsplatz, die Hunde führen weiterhin begeistert ihre Tiefbauprojekte durch – und der Maulwurf feiert unterirdisch vermutlich Richtfest.

Nach dem letzten Beitrag war ich erstaunlich optimistisch. Neue Erde, plattgedrückte Gänge, ein bisschen Gras eingesät – das klang nach einem Plan. Für ungefähr 72 Stunden.

Doch kaum war der Boden wieder halbwegs eben, tauchten die ersten neuen Hügel auf. Nicht einfach irgendwo, nein – exakt an den frisch reparierten Stellen. So, als wollte der Maulwurf mir sagen: „Schöner Versuch. Jetzt bin ich wieder dran.“

Hunde mit Tunnelblick

Bounty hat längst aufgegeben und akzeptiert, dass wir hier auf einem Mond leben. Aktuell ist nur noch Pepsi hinter den frischen Hügeln hinterher – eine echte Maulwurf-Jägerin. So kackenfrech sich Pepsi täglich über jeden neuen Hügel aufregt und ihn mit Wut und Leidenschaft aushebt – so kackfrech ist dieser Maulwurf tatsächlich auch.

Er könnte hier auf über 1000 qm Grundstück sein Unwesen treiben und neue Hügel setzen, aber nein! Sobald Pepsi einen Hügel ausgehoben hat, setzt sich der Maulwurf genau in dieses Loch und setzt im Loch einen neuen Hügel. Wie frech ist der denn?!

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Neuer Hügel in Hügel.

Und da stehe ich wieder, mit der Schaufel in der Hand, bereit, die nächsten Löcher zuzuschütten, während meine eine Bauleiterin mit Begeisterung die frisch gesetzte Erde wieder aushebt.

Ein ewiger Kreislauf aus Graben, Fluchen und Hoffen.

Ich kann mittlerweile gar nicht mehr zählen, wie oft ich an einem Nachmittag gedacht habe: „Jetzt sieht’s langsam wieder nach Rasen aus.“ … nur um fünf Minuten später zu sehen, wie die Erde in hohem Bogen durch die Luft fliegt.

Zwischen Resignation und Galgenhumor

Die Nachbarn fragen inzwischen schon nicht mehr, was ich da eigentlich mache. Man sieht es ja. Die romantische Vorstellung vom gepflegten Garten ist dahin – geblieben ist eine Art ökologisches Lehrgelände für unkontrollierte Dynamik.

Aber gut, ich versuche das Positive zu sehen:

  • Meine Hunde sind glücklich.
  • Der Maulwurf ist beschäftigt.
  • Und ich bekomme wenigstens täglich frische Luft (und erdige Peelings gratis dazu).

Erkenntnis des Monats

Ich habe beschlossen, aufzuhören, mich zu ärgern. Der Garten ist eben kein Statussymbol mehr, sondern ein Abenteuergebiet mit Naturanschluss. Maulwurf und Pepsi haben sich offenbar auf eine Art Krieg geeinigt. Manchmal muss man einfach loslassen – oder, in meinem Fall: zusehen, wie jemand anderes alles wieder aufbuddelt.

Mehr als vier Wochen später und die Bilanz ist eindeutig: Fortschritt? Fehlanzeige. Aber immerhin wächst meine Gelassenheit – wenn schon kein Gras.

Wie es weitergeht? Bleibt abzuwarten. Ob ich diesen Frühling das Problem in den Griff bekomme und unser Garten im Sommer wieder schön aussieht? Ich kann’s gerade nicht sehen…



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8 Kommentare zu „Operation Maulwurf: Fortschritt? Fehlanzeige.“

  1. Wie kann man nur so ein kleiner Teufel sein und dabei so ein wahnsinnig unschuldiges Gesicht haben!
    Ich liebe deine Maulwurf-Storys, ich muss immer so breit grinsen, wenn ich wieder sehe, wie Pepsi abgeht. 🤣🤌
    Richtig herrlich geschrieben auch.

    Ich drück dir aber ganz fest die Daumen, dass das mit dem romantischen Garten dann im Frühling was wird! Irgendwie. 🥹

    1. Danke! Oder es bleibt ein never ending Truppenübungsplatz 😂

  2. Unser Hund ist größer… Die Löcher auch. Diese Bilder erinnern mich immer an einen fehlgeschlagenen Versuch meines Vaters, der mal Propangas über längere Zeit in so ein Loch einfüllte, schön langsam. „Propan ist schwerer als Luft- der erstickt da unten ohne es zu merken!“ Das ist bestimmt 25 Jahre her…. Irgendwann räumte er die leere Flasche weg- dann gab es 10 Minuten später einen riesen Knall- Erde, Rasen, Tulpenzwiebeln wirbelten in die Luft. Der Nachbar hatte locker seine Kippe weg geschnipst…. Auch in seinem Garten war ein wenig Verwüstung… Es kam niemand zu schaden, leider gab es damals noch keine Fotohandys…

    1. Okay… Not macht anscheinend erfinderisch 🙈

  3. Tolle Fotos! Und ich hab ja schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich über deine Maulwurf-Odyssee grinse, aber es kommt mir so wunderbar bekannt vor. 😀
    Letztes Jahr war es richtig extrem, da hatte ich nach dem Winter weit über 100 gigantische Hügel auf einem verhältnismäßig kleinen Rasenstück. Nach dem hingebungsvollen Planier-Rundumschlag habe ich mir dann angewöhnt, in den Gang eines jeden neuen Hügels vor dem Begradigen so eine Eukalyptuskugel reinzustecken: nicht giftig, sollte den Maulwurf aber vergrämen. Tja. Anfangs klappte das verdammt gut. Kaum noch neue Hügel, heureka! Ich war begeistert! Und dann… dann kaum der Maulwurf wieder. Mit frischem Atem diesmal. Damit schien es sich dann auch noch viel besser zu graben – der Rekord liegt bei 10 Haufen über Nacht. 😵

    1. Dafür schreib‘ und teile ich: damit andere vielleicht darüber schmunzeln! 😊
      Wow, 10!!? Ich habe hier noch gar nicht gezählt. Möchte ich auch nicht, dafür haben wir so lange Tunnelwege direkt über der Erde 🙈

  4. […] mehr Ärger. Wenn Maulwürfe und Hunde Dir den Garten umgraben. Operation Maulwurf: Fortschritt? Fehlanzeige mit […]

  5. […] hatten wir auch immer mal wieder mit der Operation Maulwurf zu tun, in der sich irgendwie nichts bessert. Ein kleiner Kampf gegen die Natur, der immer wieder […]

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