Bloggerschnack – zwischen Minimalismus und drei Pixel nach links

Ich habe etwas länger überlegt – wie eigentlich jeden Monat bei einem neuen Thema – ob ich mich beim aktuellen Bloggerschnack der Bloghexen beteilige und auch etwas dazu schreibe oder nicht. Nun … offensichtlich lest ihr diesen Beitrag gerade. Also hat sich die Frage wohl erledigt. Diesmal geht es darum, was einem am eigenen Blogdesign wichtig ist. Und eigentlich könnte ich jetzt ganz kurz sagen: Es soll gut aussehen, zu mir passen und bitte schnell laden. Fertig. Danke fürs Lesen. 😂

Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht. Wäre ja auch zu schön, wenn ich bei irgendeinem Blog-Thema mal nach drei Sätzen aufhören würde.

Denn auch wenn ich bei meinem Blog schon immer eher auf ein schlichtes Grundgerüst gesetzt habe, sind es gerade die kleinen Details, an denen ich mich vermutlich deutlich länger aufhalten kann, als es irgendein normaler Mensch nachvollziehen würde. Andere Leute gehen spazieren. Ich verschiebe Abstände um drei Pixel.

Schlicht ja – langweilig bitte nicht

Ich war noch nie der Typ für irgendwelche Schnörkel, tausend kleine Bildelemente oder komplett verspielte Themes. Einen fancy Hintergrund hatte ich meines Wissens nach auch nie und genauso wenig irgendwelche aufwendig bearbeiteten Header, bei denen man erstmal fünf Minuten schauen muss, was da eigentlich alles passiert.

Mein Grundgerüst durfte eigentlich immer eher minimalistisch oder klassisch sein. Meistens gab es ein schönes Headerbild, mein Bloglogo dazu und fertig war die Sache. Also zumindest theoretisch. Praktisch wurde dann natürlich trotzdem noch irgendwo herumgeschraubt, weil irgendwas einen halben Zentimeter zu weit links war. Beim Bloglogo selbst bin ich allerdings ziemlich speziell. Es hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert, bis ich eine Schrift gefunden hatte, mit der mir mein Blogname wirklich gefällt und die ich nicht schon überall ähnlich gesehen habe.

Und ja, mir ist dabei auch relativ egal, ob jemand mit diesem ganzen Signature-Art-Dingens etwas anfangen kann oder nicht. Ich mag meinen Schriftzug. Der ist meins. Diskussion beendet. Deshalb begleitet das Logo meinen Blog inzwischen gefühlt auch schon fast so lange, wie es die Seite überhaupt gibt. 😅

An schönen Fonts kann ich mich sowieso nie sattsehen. Meine liebste Schrift war lange Zeit Cormorant Garamond. Die hatte ich auch eine ganze Weile auf meinem Blog und fand sie wirklich wunderschön. So wunderschön, dass man sich natürlich irgendwann daran sattsieht und plötzlich etwas Neues braucht. Logisch. Mittlerweile achte ich bei den eigentlichen Texten allerdings deutlich mehr darauf, dass die Schrift einfach gut lesbar ist. Gerade mobil sieht vieles nochmal ganz anders aus, Größen werden angepasst und nicht jede hübsche Schrift funktioniert auf jedem Display gleich gut. Was am Desktop noch elegant und edel aussieht, kann auf dem Handy plötzlich wirken, als müsste man für jeden Absatz kurz die Augen zusammenkneifen. Muss ich nicht haben.

Meine Blogdesigns waren dabei eigentlich schon lange automatisch responsive. Ist mittlerweile ja auch kein großes Hexenwerk mehr, das ordentlich einzustellen. Gerade bei den Block-Themes ist das Thema sowieso ziemlich entspannt, vieles passt sich quasi von allein an. Ein Hoch auf Größen und Breiten in % statt Pixel, so bleibt immer alles gleich groß/klein. Trotzdem heißt responsive für mich nicht automatisch, dass mobil auch wirklich alles angezeigt werden muss. Manche Inhalte habe ich ganz pragmatisch mit display: none; verschwinden lassen, einfach weil ich finde, dass sie auf dem Handy eher stören als helfen. Zum Beispiel die „Ähnlichen Beiträge“ direkt im Beitrag. Auf dem Desktop finde ich sie nett, mobil nehmen sie mir aber einfach zu viel Platz weg.

Nur weil etwas technisch auf einen kleinen Bildschirm passt, heißt das ja noch lange nicht, dass es da auch unbedingt hinmuss. 🙈

Vom klassischen Bloglayout zum Split Screen

Früher mochte ich diesen ganz klassischen Blogaufbau total gerne: oben der Header, darunter zwei Spalten mit Content und Sidebar und ganz unten noch der Footer. Fertig war der Blog. Dieses Layout habe ich gefühlt jahrzehntelang benutzt und trotzdem immer wieder neu für mich entdeckt. Irgendwann bin ich dann auf ThemeForest über das Wild Book Theme gestolpert. Fand ich cool, gekauft und dann auch wirklich jahrelang benutzt. Ich mochte diese Split-Screen-Art total: auf der einen Seite Headerbild und Logo, daneben der eigentliche Content. Bei Beiträgen wurde dann immer das Beitragsbild mit angezeigt.

Damals gab es gar nicht so viele Themes in diesem Stil und auch heute stolpere ich nur selten über etwas Ähnliches. Also eigentlich perfekt für mich, ne?

Das Problem war nur: Das Theme wurde irgendwann nicht mehr wirklich ordentlich aktualisiert und die Widgets im Editor hatten auch immer mal wieder ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, wie sie funktionieren möchten. Sehr sympathisch.

Also habe ich mich irgendwann davon verabschiedet und mir das Ganze einfach selbst Block für Block mit dem Standard-Theme „Twenty Twenty-Fivenachgebaut. Ich habe nur die Elemente übernommen, die ich wirklich brauche, und alle anderen Funktionen, die das Theme damals noch konnte, einfach ignoriert. Funktioniert für mich erstaunlich gut. Witzig, wie viel man mit einem kostenlosen Theme rausholen kann, wenn man bedenkt, was Themes so kosten. Manchmal überlege ich trotzdem noch, ob ich wieder zurück zu dieser ganz klassischen Blogansicht gehe. Dann bastel ich ein bisschen, schiebe Blöcke hin und her, ändere Abstände, probiere nochmal eine Sidebar aus – und am Ende bin ich trotzdem nicht zufrieden. Haha.

Also bleibt es meistens doch wieder beim Split Screen. Offenbar habe ich meinen Design-Geschmack irgendwann gefunden und tue nur regelmäßig so, als wäre das nicht der Fall.

Die kleinen Dinge machen es für mich aus

Was mir bei meinem Blogdesign heute besonders wichtig ist, sind eigentlich die Kleinigkeiten, die am Ende den Unterschied machen.

Das können bestimmte Farben oder Schriftkombinationen sein, aber auch die Art, wie meine Beiträge dargestellt werden. Dazu kommen meine verschiedenen Beitragsformate (Highlights & Normal) und einige eigene Block-Elemente, die ich eingebaut habe, damit eben nicht alles komplett nach WordPress-Standard aussieht. Manche Textabschnitte werden bei mir zum Beispiel etwas rotiert dargestellt. Braucht kein Mensch. Ich aber offensichtlich schon. 😂

Auch auf meine Seiten-Liste bin ich tatsächlich ein bisschen stolz, weil dort nicht einfach jede Seite gleich dargestellt wird. Oder der Drop Cap am Anfang jeden Beitrags. Ich mag es einfach, wenn bestimmte Bereiche ihren eigenen kleinen Charakter bekommen, ohne dass der gesamte Blog danach aussieht, als hätte jemand sämtliche Design-Funktionen aktiviert. Denn so viel Gedöns wie früher brauche ich inzwischen tatsächlich nicht mehr. Keine Slider, keine wilden Hover-Effekte und nichts, was erstmal drei Stunden laden muss, bevor es angezeigt wird.

Ich hatte meine Phase. Ich bin geheilt. Mehr oder weniger.

Hauptsache, der Blog lädt schnell und sieht trotzdem irgendwie gut aus. Das ist inzwischen eigentlich mein wichtigster Anspruch.

Das Grundgerüst darf ruhig schlicht sein. Aber an den richtigen Stellen möchte ich trotzdem kleine Details haben, bei denen man merkt, dass da eben nicht einfach irgendein Theme installiert und danach nie wieder angefasst wurde.

Weil sind wir ehrlich: Dafür kenne ich mich selbst viel zu gut. Irgendwo finde ich immer noch etwas, das ich „nur ganz kurz“ ändern möchte. Ja, es ist mal wieder länger geworden als gedacht und geplant. Jedenfalls: Ganz ohne etwas Schnickschnack geht es bei mir eben doch nicht. Aber wie immer gilt: wer Fehler findet, darf sie gern behalten!

Design ja, nur bitte in gut dosiert. Ich bin schließlich Bloggerin und kein Weihnachtsbaum. Wobei ich fallenden Schnee auf meinem Blog früher schon ziemlich cool fand. Haha! Also ganz geheilt bin ich von dem ganzen Gedöns dann wohl doch nicht. 😄 Vielleicht gibt es die cuten Schneeflocken dieses Jahr wieder!

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