Keine Likes und kein Vergleichen mehr.

Warum fühle ich mich eigentlich nach dem Scrollen oft schlechter als vorher? Diese Frage hat mich die letzten Jahre öfter beschäftigt, als mir lieb ist. Und irgendwann habe ich gemerkt: Vielleicht liegt’s nicht nur an mir. Vielleicht macht Social Media einfach wirklich etwas mit uns. Nicht nur vielleicht, sondern eigentlich ganz sicher.

Start mit Digital Detox

Seit Mai 2023 mache ich regelmäßig Digital Detox. Manchmal war ich mehr mit der App beschäftigt und mal weniger. Ende letzten Jahres habe ich meinen kompletten Instagram-Feed archiviert. Bewusst archiviert und nicht gelöscht, weil an diesem Profil halt einfach 13 Jahre hängen. Alte Fotos, alte Freundschaften, irgendwelche peinlichen Phasen meines Lebens – irgendwie steckt da mehr Gefühl drin, als ich zugeben möchte.

Trotzdem musste ich einen Cut machen. Ich habe meine Follower radikal aussortiert. Heute folgen mir eigentlich nur noch Leute, die ich wirklich kenne oder zumindest irgendwie mag. Keine random Zuschauer mehr. Keine stillen Beobachter. Keine Leute, die seit Jahren jede Story liken, obwohl man absolut keinen Kontakt miteinander hat und will.

Und ja, das klingt vielleicht erstmal ein bisschen crazy. Aber irgendwann hat es mich einfach nur noch genervt, ständig das Gefühl zu haben, beobachtet zu werden. Vor allem von Menschen, die ich bewusst längst aus meinem Leben entfernt hatte. Ich habe manche Leute mehrfach rausgeschmissen – und trotzdem haben sie mich wieder gesucht, nur um weiter meinen Alltag anzuklicken. Social Media kann manchmal wirklich seltsam sein. Hier bestimmt auch die ein oder andere Person, aber es ist mir egal, denn ich kann keine Statistik mit Usern sehen. Gottseidank!

Dieses ständige Vergleichen

Gerade wenn man eh schon dazu neigt, an sich selbst zu zweifeln, ist Instagram manchmal wie Gift. Weil man ständig das Gefühl bekommt, nicht genug zu sein. Nicht produktiv genug. Nicht hübsch genug. Nicht erfolgreich genug. Nicht spannend genug.

Dabei wollte ich einfach nur meinen Alltag posten. Mein Dailyshit. Die chaotischen, langweiligen, echten Momente festhalten. Ohne Strategie und Reichweite. Ohne das Gefühl, irgendwas beweisen zu müssen.

Aber man kommt irgendwann kaum noch drum herum, sich zu vergleichen. Und dann sind da noch diese Likes. Diese komplett dumme Zahl, die eigentlich egal sein sollte – es aber irgendwie nicht ist. Mir kann niemand erzählen, dass einen das auf Dauer gar nicht beeinflusst, wenn die eigenen Beiträge kaum noch gesehen werden, während andere für gefühlt denselben Content hunderte Likes bekommen.

Das macht etwas mit dem Kopf. Bei mir zumindest…

Ein halbes Jahr später fühle ich mich freier

Deshalb war das Archivieren wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre. Ich nutze Instagram mittlerweile eigentlich nur noch abends zum Abschalten oder um meinen Freunden dumme Reels zu schicken. Die guten alten Reel-Freundschaften müssen schließlich gepflegt werden. Premium-Content und so.

Und ehrlich? Das reicht mir mittlerweile auch vollkommen. Seit ich nicht mehr täglich hunderte Stories konsumiere und mich unbewusst mit allem und jedem vergleiche, fühle ich mich deutlich ruhiger und erholter. Aber auch irgendwie freier, also mehr ich selbst, versteht ihr?

Ich habe nicht mehr ständig diesen Druck, etwas darstellen zu müssen oder für andere interessant genug zu wirken. Ok, oft habe ich den Druck und muss eine Story unbedingt teilen, aber das ist viel seltener geworden. Und vielleicht ist genau das das Verrückte daran: Seit ich aufgehört habe, permanent gesehen werden zu wollen, sehe ich mich selbst wieder viel klarer und das Leben fühlt sich leichter an. Over and out mit meinen Sonntagsgedanken zu später Stunde.




11 Kommentare zu „Keine Likes und kein Vergleichen mehr.“

  1. Ja.

    Ich würde Instagram – ist das einzige Social Media welches ich so benutze – gerne löschen. Aber es gibt halt doch 4,5 Leute denen ich gerne weiterhin „folgen wollen würde“.
    Sogar vielleicht den ein oder anderen Influencer oder Altersklassenathlet, einfach weil positve (Sport-)Vibes.
    Das Problem ist einfach, dass immer irgendwelcher anderer Kack in den Feed kommt.
    Und das stresst dann.

    Hätte gern das ganz alte Instagram zurück.

    1. Ja, die alten Zeiten ohne dieses ganze Influencer-Dasein war wirklich viel angenehmer und entspannter. Ich bleibe auch noch, weil dort die ein oder anderen Menschen sind, mit denen man sonst keinen Kontakt hat. Wer weiß, wie lange das hält?

  2. Heyho

    So, jetzt am PC. Richtiger und wichtiger Schritt, den ich definitiv auch angehen werde.
    Bei mir ist es statt Instagram -> TikTok. Ganz schlimm.

    1. Obwohl es identische Inhalte gibt 🙈 Ich finde diese Seite so absolut unübersichtlich und erdrückend.

  3. Total spannend. Ich habe gemerkt, dass ich mich auf meinem regulären Insta Account auch immer weniger aufhalte. Aber ganz darauf verzichten kann ich irgendwie nicht. Wie du sagst. Da hängt so viel mit dran an Erinnerungen und Menschen und ab und an poste ich dann doch wieder etwas. Wobei ich nie ins Vergleichen oder so geraten bin…

    1. Da hast du wirklich Glück und kannst froh sein, nicht so anfällig dafür zu sein! 😊
      & danke fürs Verlinken! ✨

  4. […] Keine Likes und kein Vergleichen mehr […]

  5. Ganz viel Liebe für den tollen Premium-Content!! <3

    Finde es so schön, dass du da den Weg für dich gefunden hast, der dir wirklich hilft und sich auch positiv auf dein Wohlbefinden auswirkt. 🥹

    1. 😊✨

  6. Gerade letztens merkte ich, dass ich mich wieder mal vergleiche. Und auch wenn ich es besser weiß, dass der Vergleich unnötig ist und vorn und hinten hinkt (eigentlich mag ich mein Leben so wie es ist), muss ich mich wieder mit etwas Arbeit in vernünftige Bahnen bringen -.-
    Ich habe irgendwann letztes Jahr aufgehört zu posten. Mit ein Auslöser war, dass ich irgendwann mal irgendwo gelesen/gehört habe, dass die Bilder/Videos, die man auf Insta teilt, von Meta genutzt werden können. Auch zum Training von der KI oder so? Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber seitdem hab ich noch weniger Lust auf Posten in Insta.
    Aber noch scrolle ich zu oft sinnlos in Insta rum. Das würde ich noch gerne minimieren. So ein richtiges Digital Detox mit Insta habe ich noch nicht gemacht. Vielleicht mal für einen Tag ausprobieren?

    1. Ja, um so länger oder öfter man andere Lebensstile o.ä. sieht, hat man irgendwie das Gefühl, dass das eigene Leben doch zu fad oder nicht gut genug ist, gell? Das mit der KI hab ich auch mitbekommen, soll sich aber deaktivieren lassen, aber keine Ahnung, habe mich nicht damit beschäftigt. 🙈
      Wünsch dir viel Erfolg beim Detox! Lieber klein anfangen und langsam die Zeit steigern find ich.

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