Operation Maulwurf.

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Dieser Beitrag enthält Spuren von Erde, Wut und Hundehaaren. Eigentlich wollte ich für den nächsten Frühling nur etwas Ruhe, ein bisschen sattes Grün und vielleicht einen Moment, in dem ich stolz sagen kann: „Das ist mein gepflegter Rasen.“

Tja. Stattdessen habe ich jetzt Kraterlandschaften, Gänge, Hügel – und zwei Hunde mit Schlammfrisuren, die sich für staatlich geprüfte Wühlmausjäger halten. Aber der Reihe nach.

Phase 1: Der erste Hügel – harmlose Anfänge

Es begann ganz harmlos. Ein kleiner Hügel im Rasen. „Ach, Maulwurf“, dachte ich. Der irgendwo da unten friedlich seine Gänge zieht. Zwei Tage später hatte ich schon Zweifel: Sind es vielleicht doch Wühlmäuse? Die Tunnel waren kleiner als gedacht…

Über Nacht hatte sich der Rasen in ein Schlachtfeld verwandelt. Frische Hügel überall, die Beete sahen aus, als hätte jemand mit einer Handgranate geworfen. Und mittendrin Bounty und Pepsi – die „Gartenpolizei“.

Am Ende bin ich doch wieder überzeugt: Es sind Maulwürfe.

Phase 2: Die Hunde übernehmen die Kontrolle

Während ich noch im Internet nach biologischen Abwehrmethoden suchte, hatten meine pelzigen Hobbyarchäologen längst eigene Maßnahmen ergriffen. Taktik: spontane Tiefbauarbeiten. Pepsi hat jetzt ein Leuchti am Halsband unter dem Kinn, wir nennen sie liebevoll: Bergbau-Peps.

Kaum war ein neuer Gang sichtbar, wurde der Einsatz gestartet. Mit der Präzision zweier baggerverliebter Wutzen schaufelten sie sich durch den Gartenboden, um den Feind zu stellen.

Ergebnis:

Maulwürfe – immer noch da.
Rasen – weg.

Phase 3: Der ewige Kreislauf der Gänge

Sobald man mühsam alle Hügel wieder plattgedrückt hat, sieht der Rasen ganze drei Stunden lang fast normal aus. Dann – zack! – neue Gänge, neue Hügel, neue Hoffnungslosigkeit. Als hätten die Maulwürfe eine Nachtschicht eingelegt, um ihre zerstörten Tunnelsysteme wieder aufzubauen.

Phase 4: Hunde mit Tunnelblick

Das eigentliche Drama beginnt, sobald die Hunde in den Garten dürfen.
Es gibt für sie nur eine Mission: Die frischen Gänge.

Erste Anlaufstelle. Keine Umwege. Kein Zögern. Wir können die ausgegrabenen Löcher zuschütten, glattrechen – die Hunde haben andere Pläne.

Ich schwöre, hätte man von oben ein Satellitenbild gemacht, man hätte mich für einen illegalen Goldsucher gehalten.

Phase 5: Kapitulation mit Würde

Und während ich da stehe, mit der Gießkanne in der Hand und versuche, ausgerechnet zwischen den ganzen Bombentrichtern noch so etwas wie „Rasenpflege“ zu betreiben, sitzen die Hunde zufrieden daneben. Schlamm bis zur Nase, Zunge raus, Blick, der sagt: „Wir haben sie fast erwischt!“

Fazit: Zwischen Wahn und Maulwurf

Ich habe jetzt keinen Rasen mehr, aber immerhin ein Freilichtmuseum für Grabungstechniken. Die Bilanz nach mehreren Wochen Gartenkrieg:

🐭 Maulwürfe: 1
🐶 Hunde: 0
🌿 Gartenbesitzerin: psychisch instabil.

2 Gedanken zu „Operation Maulwurf.

  • Sari

    Oh man, du hast mein volles Mitleid. Wie ärgerlich.
    So erging es uns, als die Corona Quarantäne war und man nicht raus durfte. Die KInder haben den Garten genutzt und aus dem einst so schönen Rasen wurde eine Sandfläche dank Fußballgebolze, aber was sollte man tun. Immerhin waren sie an der frischen Luft.

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