Ein Nachmittag im Wildpark

Irgendwie hatten wir uns unseren Urlaub dieses Jahr anders vorgestellt. Nachdem wir die erste Urlaubswoche getrennt verbracht hatten – der eine auf dem Campingplatz, der andere zuhause – waren wir beide schon ein bisschen traurig darüber, dass wir unsere gemeinsame Zeit nicht so nutzen konnten, wie wir eigentlich wollten. Unser letzter richtiger gemeinsamer Urlaub war schließlich letztes Jahr im Juni/Juli gewesen. Und dann spielte in der zweiten Woche natürlich auch noch das Wetter absolut nicht mit. Dauernd grau, Regen, kalt und dieses typische „man sitzt zuhause rum und weiß nichts mit sich anzufangen“-Gefühl.

Aber dann kam endlich der Freitag. Sonne. Tatsächlich Sonne. Und plötzlich hatten wir beide einfach Lust, spontan irgendwas zu machen und rauszukommen. Also entschieden wir uns relativ spontan für einen Besuch im Wildpark Schwarze Berge. Dort waren wir zuletzt 2017 gewesen. Verrückt eigentlich, wie schnell die Jahre vergehen.

Tiere? Welche Tiere?

Ich muss aber direkt ehrlich sein: So viele Tiere haben wir leider gar nicht gesehen. Gefühlt hatten sich an dem Tag einfach alle irgendwo versteckt. Die Rehe im Freilaufgehege lagen ganz hinten irgendwo auf einer Wiese rum, wo man sie nur noch als kleine Punkte erkennen konnte. Die Wölfe hatten vermutlich beschlossen, heute absolut keinen Kontakt zur Außenwelt zu wollen und generell hatten sich die meisten Tiere eher in ihre ruhigen Ecken zurückgezogen.

Kann ich ihnen nicht mal übel nehmen ehrlich gesagt. Hätte ich wahrscheinlich genauso gemacht. Deshalb haben wir am Ende leider auch gar nicht viele Wildtierfotos gemacht. Ich glaube, wir hatten beide irgendwie mehr erwartet. Aber manchmal ist das eben so.

Nur im Streichelzoo war ordentlich was los. Ein paar Ziegen kamen direkt angelaufen und ich konnte wenigstens von denen ein paar Fotos machen. Ziegen haben sowieso immer diese leicht freche Art an sich.

Später haben wir uns dann noch an den See gesetzt beziehungsweise eher gelegt, um kurz auszuruhen. Dort kamen plötzlich ein paar kleine Entenküken total nah an uns heran und das war honestly wahrscheinlich einer meiner Lieblingsmomente an dem Tag. Wirklich super süß. Auch wenn die Enteneltern uns dabei nicht unbedingt so angeschaut haben, als wären wir willkommen gewesen. Ich hatte kurz das Gefühl, gleich angefaucht oder attackiert zu werden.

DINOWELT und meine kleine Enttäuschung

Im Wildpark gibt es ja seit einer Weile auch die DINOWELT. Ein kleiner Rundweg mit Dinosaurierfiguren mitten im Wald. Für Kinder bestimmt richtig cool. Aber ich muss ehrlich sagen… ich als Dino-Fan war schon ein bisschen enttäuscht.

Manche Figuren sahen einfach so unfassbar lieblos aus. Teilweise komplett knallige Farben, Hochglanzkörper und irgendwie kaum Details. Und ich stand da wirklich und dachte mir: Meine kleinen Dinofiguren für 5€ aus diesem bekannten Onlineshop, dessen Name nicht genannt werden darf, sehen realistischer aus. Wirklich. Mit mehr Liebe zum Detail.

Keine Ahnung, was man sich bei manchen Figuren gedacht hat. Vielleicht bin ich da auch einfach zu kritisch oder zu nerdig unterwegs, aber ich hatte mir irgendwie mehr erhofft. Trotzdem war der Weg an sich ganz schön gemacht und zwischen den Bäumen hatte das Ganze teilweise schon eine coole Atmosphäre.

Also… meckern auf hohem Niveau vielleicht.

45 Meter gegen meine Höhenangst

Mein persönliches Highlight an dem Tag war aber definitiv der große Aussichtsturm. Und gleichzeitig auch mein persönlicher Endgegner.

Ich habe wirklich schlimme Höhenangst. Also wirklich schlimm. Ich kann nicht mal vernünftig auf eine Leiter steigen, ohne dass meine Knie anfangen weich zu werden. Und trotzdem dachte ich mir an dem Tag irgendwann: Komm. Versuch’s einfach. Während kleine Kinder zwischen fünf und zehn Jahren völlig entspannt den Turm hoch- und runtergerannt sind, als würden sie zuhause im Garten spielen, hing ich links und rechts am Geländer fest und bin wirklich Stufe für Stufe hochgeschlichen.

Ganz langsam. Und diese Holzstufen waren zusätzlich natürlich auch noch so gebaut, dass man perfekt durch die Spalten nach unten schauen konnte. Absolute Horrorvorstellung.

Zwischendurch musste ich ständig Leute vorbeilassen. Manche Eltern waren total verständnisvoll. Fremde fragten mich zwischendurch sogar, ob alles okay sei. Und kleine Kinder überholten mich mit einem fröhlichen: „Wir hängen sie ab!“ Danke auch.

Ich glaube wirklich, mein Puls ist mehrfach komplett in die Hose gerutscht. Der Turm hat wegen des Windes leicht gewackelt, überall rannten Leute herum und meine Beine fühlten sich irgendwann an wie Wackelpudding. Aber irgendwie habe ich’s tatsächlich geschafft.

Erst 10 Meter. Dann 20. Und irgendwann stand ich wirklich oben auf den vollen 45 Metern Höhe.

Und trotz der Angst war ich einfach unglaublich stolz auf mich.

Wir haben oben ein paar Fotos gemacht, den Ausblick genossen und auch ein Selfie von uns beiden gemacht, einfach weil ich diesen Moment irgendwie festhalten wollte. Für einen kurzen Augenblick hatte ich meine Angst tatsächlich überwunden und das fühlte sich richtig gut an.

Der Weg runter war übrigens fast noch schlimmer. Meine Knie waren unten komplett weich und ich musste unten angekommen erstmal kurz mich setzen, um wieder klarkommen.

Kleine Fotosession mit Kamera

Ach, der Herr wollte übrigens auch mal wieder mehr fotografieren und hat sich deshalb kurzerhand meine neueste Kamera geschnappt. Natürlich inklusive zwei Objektiven – man weiß ja nie, welches man am Ende „wirklich braucht“. Am Ende stellte sich aber wieder heraus: Mit älteren DSLRs kommt er einfach besser klar als mit der spiegellosen Kamera. Die moderne Technik und er führen wohl eher so eine „es ist kompliziert“-Beziehung. Trotzdem sind tatsächlich einige schöne Bilder entstanden und ich finde, man sieht schon einen kleinen Unterschied zwischen den Kamerafotos und meinen schnellen Handy-Schnappschüssen zwischendurch.

Vielleicht erkennt ihr ja sogar, welche Bilder mit der Kamera gemacht wurden und welche einfach spontan mit dem Handy entstanden sind? 😄

Mein Fazit

Auch wenn wir nicht viele Tiere gesehen haben und am Ende deutlich weniger Fotos gemacht haben als gedacht, war es trotzdem ein richtig schöner Nachmittag. Und ich glaube, genau darum ging es eigentlich.

Einfach mal wieder gemeinsam rauskommen. Zeit zusammen verbringen. Etwas unternehmen. Lachen. Erinnerungen sammeln. Am Ende zählen nicht die hundert Fotos oder wie viele Tiere man gesehen hat. Sondern dass man gemeinsam eine schöne Zeit hatte, oder?!




Ein Kommentar zu „Ein Nachmittag im Wildpark“

  1. Bei uns ist Germendorf ähnlich. Ein Park mit relativ freilaufenden Tieren und dann eine Dino Kulisse. Für Kinder sicherlich toll und beeindruckend und überall Spielplätze, aber ja,… auch etwas ernüchternd. Ich sehe auch oft in Wildparks usw, dass die Tiere doch eher Abstand halten: Es sind dennoch schöne Impressionen bei dir entstanden, finde ich.

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  1. Bei uns ist Germendorf ähnlich. Ein Park mit relativ freilaufenden Tieren und dann eine Dino Kulisse. Für Kinder sicherlich toll…

  2. ♥️♥️♥️♥️♥️ Ich drück ganz fest die Daumen, dass es ab jetzt so richtig bergauf geht! Aber ehrlich, um den Horror…

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