Manchmal endet etwas – bevor man bereit ist

Oder vielleicht genau dann. Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich das hier schreiben soll. Ob ich es veröffentliche. Ob ich damit Menschen Futter gebe, sich eine Meinung zu bilden. Wobei – Hand aufs Herz – das passiert sowieso. Mit oder ohne meinen Text. Also kann ich auch selbst erzählen, wie es war.

Wenn der Körper lauter wird als der Wille

Es ist vorbei. Und nein, es war nicht alles schlecht. Aber ich bin trotzdem erleichtert, dass es so gekommen ist. Ende November hat mein Körper ziemlich deutlich „Stopp“ gesagt. Dieses ganze Hin- und Hergefahre, die Kilometer, die sich wie Kaugummi zogen, die Spritpreise, die jedes Mal ein kleines Drama an der Zapfsäule ausgelöst haben – es hat mich irgendwann komplett leer gemacht (nicht nur mein Konto). Ich war müde. Nicht „Ich brauch mal ein Wochenende“-müde. Sondern richtig. Ausgebrannt.

Ich habe mich von Kilometer zu Kilometer geschleppt, mich über Verbrauch, Verschleiß und meine eigene Sturheit geärgert. Und irgendwann war da dieser Moment, der sich nicht mehr ignorieren ließ: Es geht einfach nicht mehr.

Also Arzt. Untersuchungen. Dinge ausprobiert. Einiges wurde besser, anderes blieb. Ich hatte Zeit, theoretisch zumindest, um zur Ruhe zu kommen. Praktisch hat mein Kopf da nur bedingt mitgespielt.

Und dann kam die Kündigung. Ganz offiziell zum Jahresende. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn etwas überraschend kommt – und gleichzeitig überhaupt nicht? Es war absehbar. Und trotzdem saß ich da und dachte: Ach. Okay. Also jetzt wirklich.

Neustart mit Hindernissen

Neues Jahr, kein Job, noch krankgeschrieben. Dazu ein bisschen Theater mit der Krankenkasse – Jackpot. Beste Voraussetzungen, um sich entspannt zu erholen und in aller Seelenruhe die nächsten Schritte zu planen. Ironie darf hier gern mitgelesen werden.

Natürlich stellt man sich Fragen: Arbeitsamt? Direkt wieder bewerben? Ich suche tatsächlich schon länger, seit unserem Umzug, etwas Passendes in der Nähe. Bisher war die Ausbeute… sagen wir überschaubar. Viele Minijobs, die zwar nett klingen, aber am Ende des Monats nicht unbedingt helfen, über Wasser zu bleiben.

Trotz Krankenstand habe ich Bewerbungen geschrieben. Verschickt. Gewartet. Gespräche, die nicht zu mir passten oder – mein Favorit – einfach nichts gehört.

Und irgendwann habe ich beschlossen, mein „Schicksal“ nicht mehr als Gegner zu sehen. Vielleicht ist das Richtige einfach noch nicht dran. Vielleicht braucht es genau diese Pause, auch wenn sie sich nicht freiwillig anfühlt. Gut Ding will Weile haben – und ich übe mich wohl oder übel in Geduld.

Aber ganz ehrlich: Im Nachhinein bin ich doch erleichtert, dass ich das hier geteilt habe. Es gehört zu mir. Diese letzten Wochen und Monate haben mich mehr belastet, als ich es gezeigt habe. Und ich möchte nicht alles stillschweigend mit mir herumtragen, nur damit es nach außen einfacher wirkt. Manches darf ausgesprochen oder ausgeschrieben werden. Auch wenn es nicht perfekt klingt.

Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Auswahl an Fotos, die während der Arbeit entstanden sind. Wer möchte, kann sich ein Bild machen. Oder es lassen. Wahrscheinlich eher Letzteres. 😅




4 Antworten zu „Manchmal endet etwas – bevor man bereit ist“

  1. Gut gemacht. Nicht vergessen: Es gibt ein Leben vor dem Tod. Das sollten wir genießen. Gerüchtehalber nämlich nur das eine. 😉

    1. Danke dir ✨ Ja, du hast vollkommen recht, leider vergisst man (ich) das manchmal etwas 🙈

  2. Wo ist die Lebensqualität, wenn man sich nur noch quält und am Ende es einen krank macht. Nein, da muss der Schlussstrich gezogen werden!

    1. Danke, das stimmt! Ich hätte es wahrscheinlich noch länger hinausgezögert🙃

Schreibe einen Kommentar zu Hulot Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Seiten

Schön, dass du hier bist! 💞

Viel Spaß beim Stöbern! < UberBlogr Webring >